Neubau zentrale Kanalbetriebsstation München

1. Städtebauliches Konzept

Der Inselartige Charakter des Grundstücks wird unterstützt und in eine autarke nach innen gekehrte Hofforrm gebracht. Zwischen den linear angeordneten Gebäudekörpern befindet sich die „Haupterschliessung“. Im Zufahrtsbereich und am Ende der Erschliessung öffnet sich die Bebauung zu den Nachbargrundstücken. vor dem Werkstattgebäude öffnet sich der eigentliche Betriebshof.
Zur Schleißheimer Strasse wird die vier-Geschossigkeit genutzt, um ein maximales Volumen an der Strasse zu generieren und den Standort in der Stadt zu präsentieren. Der Riegel wirkt gleichzeitig als Abschirmung von der stark befahrenen Strasse zum Hof.
Die Bebauung hinter dem Riegel wird ein- bis zweigeschossig ausgebildet. Zum Gelände des THW und dem Biotop bilden die Gebäude eine eindeutige Trennung und schützen so die Umgebung vor interner Lärmemission.
Die Baugrenzen werden ausgenutzt, um eine maximale Ausdehnung des Hofes und damit der Verkehrsflächen zu ermöglichen. Es verbleiben 2 Flächen innerhalb der Baugrenzen, die begrünt und bepflanzt werden.

Die Zufahrt zu den Parkplätzen der Mitarbeiter zweigt gleich nach der Grundstückszufahrt auf das Parkdeck ab, um möglichst wenig Verkehr über das Grundstück zu leiten. Die Betriebsfahrzeuge (PKW / Transporter) befinden sich unterhalb des Parkdecks im Sockelgeschoss und können das Grundstück ebenfalls direkt verlassen. Für das obere Parkdeck ist eine geringere Tiefe erforderlich als für das untere. Der verbleibende Streifen wird als „Grüne Wanne“ ausgebildet, deren Bepflanzung für Verschattung sorgt.
An das Garagengebäude angefügt befindet sich entlang der Erschliessung das überdachte Außenlager. Das unbedachte Außenlager fügt sich dahinter an.
Die LKW Garagen befinden sich gegenüber im hinteren Grundstücksteil, die Zufahrten fädeln von der Haupterschliessung ab.

2. Aussenanlagen / Grünanlagen

Die komplette Hofffläche wird mit einem wasserdurchlässigen farbigen Asphalt belegt, der mittels Markierungen und Beschriftungen eingeteilt wird. Es entsteht eine zusammenhängende Hoffläche, nicht fragmentierende Strassen, Stellplätze und Wege. Im Bereich des Waschplatzes wird die gleiche Oberfläche als wasserundurchlässiger Belag ausgebildet.

Die außerhalb der Baugrenze befindlichen Grünbereiche werden entsprechend B-Plan begrünt. Die nördliche Biotop Fläche erhält eine Initialpflanzung mit standortgerechten Gehölzen.
Die Bepflanzung des Grundstücks mit einem Großbaum pro 5 Stellplätze ist auf dem Grundstück innerhalb der Baugrenzen aus Platzgründen nicht möglich (gefordert sind bei 116 Stellplätzen 23 Bäume!). Als Ersatz hierfür werden an der westlichen und südlichen Grundstücksgrenze zum THW eine Reihe Großbäume (Eichen) gepflanzt, die das Grundstück als Pendant zu dem Gebäude-Winkel mit einer grünen Winkelwand rahmt und Verschattung spendet. Darunter werden kleinere Gehölze angeordnet.
Das Grundstück wird mit einem Staketenzaun, Höhe 1,50m, eingezäunt.

3. Gebäude

Der Hauptzugang zum Gebäude wird mittels des Unterschnittes und verglasten Foyers markiert. Der Unterschnitt gewährt gleichzeitig fragmentarische Durchblicke auf das Geschehen im Hof. Hier befindet sich auch die Zufahrt zum Grundstück.

Die repräsentativen Funktionen werden in die 1. Etage gehoben, um die Qualitäten des Grundstücks erlebbar zu machen.
Hier befindet sich der Personenaufzug, der auch die Wohnungen im 3.OG erschliesst.
Über das Foyer erreicht man im 1.OG den Saal mit den Nebenfunktionen. Der Saal gewährt großzügige Ausblicke in die Umgebung und wird als Repräsentationsraum 2-geschossig ausgebildet. Ein Aussen liegender Sonnenschutz schützt vor direkter Sonneneinstrahlung.

Im Erdgeschoss befinden sich der Schwarzzugang sowie die Umkleiden. Die Herren-Umkleide erstreckt sich mit seinem Weiß-Bereich bis ins 1.OG. Hier schliessen sich die ersten Büroräume an, die sich dann schwerpunktmäßig im 2.OG befinden.
Auf dem Dach werden die Dienstwohnungen angeordnet, die mit den großzügigen Dachterrassen maßgeblich die Kubatur des Straßenseitigen Riegels beeinflussen. Gleichzeitig schirmt die Aussenwand die Wohnungen von den Emissionen der Strasse ab.

Das 2-geschossige Werkstattgebäude schließt sich winkelförmig an das Hauptgebäude an. Die erdgeschossigen Werkstätten verfügen fast alle über einen Zugang zum Hof, von wo aus die Anlieferung erfolgt, die Werkbänke befinden sich an der Nordfassade. Über einen fassadenseitigen Lastenaufzug werden die Lager im KG und die Werkstätten bzw. Lager im 1.OG angedient. Die großzügige Erschliessung soll die Transporte sperriger Materialien erleichtern. Im 1.OG befindet sich ein Übergang in das Hauptgebäude.

Vor den Werkstätten ist ausreichend Platz für Anlieferungen und Rangiermanöver.
Die LKW Waschhalle, der Waschplatz nebst Container befindet sich im Übergang zwischen Werkstätten und LKW Garage.

4. Konstruktion

Die Fassaden werden als Lochfassaden ausgebildet. Die Konstruktion besteht aus einer hinterlüfteten Fassade mit vorgehängtem sandfarbenen Betonwerksteinelementen. Die dicht gestoßenen Elemente sollen einen monolithischen Charakter erzeugen und den mechanischen Belastungen des Alltags trotzen. Die Stoßfugen werden verschlossen.
Das Tragwerk besteht aus einer Stahlbetonkonstruktion.

Die Fenster der Aufenthaltsräume an den West-, Ost- und Südfassaden erhalten einen Außen liegenden Sonnenschutz. Die Verglasung zur Schleißheimer Strasse wird als Schallschutzverglasung ausgeführt. Aus Psychologischen Gründen werden die Flügel jedoch zum Öffnen ausgebildet.

Die Dachflächen der Flachdächer werden extensiv begrünt.

5. Technik

Das Hauptgebäude erhält eine Fußbodenheizung, die im Sommer auch zur Kühlung herangezogen werden kann. Die Aufenthaltsräume werden über Quellluftauslässe mit Frischluft versorgt.
Die Umkleide- und Sanitärbereiche sind über Fenster zu belüften. Zudem kann eine mechanische Entlüftung ergänzt werden.
Die Werkstätten werden über Luftheizung beheizt. Die Garagen, falls erforderlich auch.

Menü